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Kumano Kodo – der japanische Pilgerweg Tag 4

Autorenbild: margritreckroulet
margritreckroulet
21. Sept.
3 Min. Lesezeit

In den erhaltenen Reiseunterlagen ist Tag 4 ein Ruhetag, mit zwei Vorschlägen für kleine Ausflüge in der unmittelbaren Nähe. Nach dem gestrigen, entspannenden Bad im Onsen, einem wie immer reichlichen Abendessen und der Konsultation der Wettervorhersage beschließen wir die nächste Kumano Kodo Etappe, die wir nach Programm sonst überspringen würden, zu wandern. Für Tag 5 ist nämlich Regen angesagt!

Yuominesou
Yuominesou

Koguchi – Ukegawa und retour nach Yunomine–Sou organisieren wir selbst, was heißt, dass wir uns erneut früh auf den Weg machen. Bereits um 8.15 mit dem Hotelshuttle zur Bushaltestelle in Yunomine-Sou, von wo uns der reguläre Bus nach Ukegawa, dem Start des heutigen Tages.

Weshalb die Strecke weggelassen wird, ist uns weder erklärt worden noch nachvollziehbar. Vielleicht wegen nichts anderem als einen Ruhetag einzufügen oder weil, wie wir erfahren werden, Koguchi zu klein für ein Hotel ist? Für die 14,13 km brauchen wir 3h 59Min 11Sec: eine der kürzeren Etappen.


Wir nehmen den gewohnten steilen Anstieg zu Beginn des Tages gleich unter die Füße. Ein paar Mitwanderer, oder besser Mit-PilgerInnen ?, stellen sich erst einmal in die Reihe, um den Startstempel in ihre Heftchen zu kriegen. Nach Einschätzung der Zeit, die das von ihnen verlangt, scheint das Stempelkissen sehr trocken zu sein. Die senkrecht gewachsenen Zedern, das helle Grün des Farn, weitere Varianten der Farbe Grün der Blätter umgeben uns entlang dem Weg über feuchte, dichte und dünnere Wurzeln, Steinpflaster, das mich mehr an unserer Römerwege erinnert als an japanische Pilger-Füße. Ich bin versucht zu sagen, dass unser Weg grün dekoriert ist, derart unbeschreiblich schön präsentiert sich uns die Natur, während der Weg von uns Achtsamkeit und Aufmerksamkeit abverlangt.


Der höchste Punkt der Wanderung ist erreicht, als wir an einem Aussichtpunkt, einem kleinen unbewaldeten Vorsprung mit einer atemberaubenden Aussicht ankommen. Keine Stempelbox, hingegen eine kleine Buddhastatue, die am Wegesrand steht und ebenfalls zum Halten einlädt.


Nach dem gestrigen Gebimmel genießen wir die Ruhe, das Gezwitscher der Vögel. Ob die ‚andern‘ zu unserer Freude den Ruhetag einhalten? Kaum gedacht, schon klingelt es leider in der Ferne: eine Toilettenanlage hat uns in falsche Hoffnungen versetzt. Offensichtlich ist die Pause vorbei und die recht fitte Wandergruppe nimmt ihren Weg vor unserer Nase wieder auf. Wir müssen unsere Schritte ziemlich beschleunigen, um erneut genügend Abstand zwischen uns und der Bimmelei zu bringen, was uns beim nächsten Anstieg leicht gelingt.

Die Essplätze, die wir kreuzen, sind voll besetzt. In guter alter Wandermanier wählen wir uns ein paar Steine am Rande des Weges und picknicken im Grünen bevor der Abstieg uns kurz danach am Zielort in Koguchi einlaufen lässt.

Zum Ort selbst folgen wir noch etwa einen Kilometer der Asphaltstraße. Straße hin oder her: der einzige Bus zurück fährt erst um 16 Uhr 10, das bedeutet 3 Stunden Wartezeit. Was tun einem kleinen Dorf, das sich in 5 Minuten durchlaufen lässt?


Zum Glück hat es ein Café mit einem verlockenden Kuchenangebot und lokalen Souvenirs, einen Mini-Supermarkt und eine Art Campingplatz für jene, die hier zu übernachten gedenken. Wir sind Teil der zweiten Schicht, die einen Platz im Café erhält und herzlich bewirtet wird. Das aus lokaler Baumwolle gefertigte Halstuch wird uns immer an den Ort erinnern.

Die Busfahrt zurück zum selben Hotel dauert eine gute Stunde, bevor wir uns erneut in den Onsen mit Außen Bad setzen.

Zu unserem Erstaunen nicht denselben wie gestern, denn diesmal betreten wir jenen mit Zutritt durch die rechte Eingangstüre. Alle 24 Stunden wird gewechselt: die Frauen gestern im linken Teil des getrennten Bades, den die Herren heute benützen dürfen. Aber immer getrennt … außer in den buchbaren, privaten  Badsuiten.

Kleiner Exkurs zum Essen: die Reihenfolge der verschiedenen Speisen in ihren Schälchen, dem Tischgrill für Fleisch und/oder Fisch und natürlich Reis vor dem Dessert wird uns anhand einer Abfolge Karte erklärt. Die erhalten nicht nur wir, sondern auch alle japanischen Gäste im Speisesaal 😊

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